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Buchcover: Der letzte Badegast

Der letzte Badegast

Roman

Auszeichnungen

  • Anerkennungsgabe der Stadt Zürich 2010
  • erostepost-Literaturpreis 2009 für die beste erotische Geschichte

Der Jahrhundertsommer ist vorbei. Es regnet. Nur noch wenige Tage hat das Seebad geöffnet. Der Bademeister muss jetzt vor allem putzen. Er ist erkältet und verdrossen. Da steht plötzlich jemand neben ihm, in der Hand einen Kübel mit einem lebendigen Fisch. Der Unbekannte beginnt zu erzählen. Mit sanfter Hartnäckigkeit verwickelt er seinen Zuhörer in eine Lebensgeschichte, in der es von grotesken Begebenheiten wimmelt. Der Bademeister hört zu, Erinnerungen steigen in ihm auf, die beiden Lebensläufe beginnen sich ineinander zu spiegeln. Die Erzählungen geraten ins Schwimmen. Wer hat was gesagt? Wer ist überhaupt wer? Wasser trägt. Wasser trügt. Und es geht um mehr als Geplänkel: Der Erzähler wie sein Gast haben Geschichten von Liebe und Tod erlebt, die sie nicht vergessen können. Der letzte Badegast erzählt von der Macht der Geschichten, die das Leben befestigen und gleichzeitig verflüssigen und bisweilen unterspülen. Er erzählt vom ersten Kuss und vom letzten Blick, von geteilter Lust, verfehlter Liebe und verborgener Scham, von der Sehnsucht nach dem Anderen und der Angst davor. Und immer wieder vom Wasser.

Leseprobe

– Das Wasser trägt. – Das Wasser trügt. Alles Üble kommt aus dem Feuchten. – Alles Leben kommt aus dem Feuchten. – Deshalb hat es keinen Bestand. – Ach, Quatsch. Sie war rot. Ich liebe Rot, doch es waren nicht ihre Haare, es war auch nicht ihr Aussehen, es war ihr Geschau: Wir gehen zur Blutbuche, ich stelle mich vor, reiche ihr die Hand und blicke sie an. Ihre Augen sind sonderbar: Sie blicken mich an – sie blicken mich nicht an. Maureen schielte! Mich überläuft's, noch heute, wenn ich daran denke. Ich verliebte mich augenblicklich und heftig. Einen Sommer lang lebte ich in ihrem Blickfeld. Ihre Blicke fielen auf mich wie die Scheinwerfer eines Leuchtturms, aber ich konnte nie sagen: Erfassten sie mich, streiften sie mich bloß, zogen sie an mir vorbei? Aber gerade das zog mich unwiderstehlich an. Einen ganzen Sommer lang lag Maureen unter der Blutbuche. Und ich lag zwischen ihren Blicken.

Der Letzte Badegast wurde mit der Anerkennungsgabe der Stadt Zürich 2010 ausgezeichnet. Für einen Ausschnitt aus Der letzte Badegast hat Hugo Ramnek in Salzburg den erostepost-Literaturpreis 2009 für die beste erotische Geschichte bekommen.

Format:Gebundene Ausgabe, 141 Seiten, Lesebändchen
Seiten:141
ISBN:978-3-85129-864-2
Jahr:2010
Beim Verlag bestellen

Was die Presse schreibt

NZZ am Sonntag

Manfred Papst

»In seinem ersten Roman verbindet er die Kunst des Fabulierens mit formaler Disziplin, Leichtigkeit mit Tiefgang, Musikalität mit Witz. Seine Phantasie ist ausufernd, aber exakt. Ein Wurf!«

Tagblatt

Julia Buatsi

»Voll von skurrilen Figuren und Geschichten rund ums Wasser. Ein Buch für alle, die dem Sommer nachtrauern.«

orte. Schweizer Literaturzeitschrift, Nr.211

Erwin Messmer

»Ein Meisterstück der Badeliteratur.«

Amazon

Amazon Leserrezension

»Ein Muss für alle, die das Wasser lieben. Der letzte Badegast hat es mit einem eleganten Kopfsprung in die Liste meiner Top-Fünf Bücher geschafft.«

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