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Buchcover: Die Schneekugel

Die Schneekugel

Ein Roman in Erzählungen

Auszeichnungen

  • Premio letterario internazionale Merano-Europa 2019
  • Literarische Auszeichnung der Stadt Zürich 2020

Unter der Kuppel der Schneekugel liegen das Grenzstädtchen, der Slowenenhügel, der Eisenpass. Immer wieder schüttelt der Erzähler die Kugel; Schnee fällt auf Unterkärnten und die Obersteiermark. Der Roman wirbelt die ergreifenden Geschichten einer kleinen Familie im zweisprachigen Gebiet auf, die durchkreuzt werden von der großen Historie: Krieg, Verfolgung, Sprachenkampf.

Leseprobe

Und sein Taufpate? Immer wieder pries Mutter seine Sanftheit. War er denn nicht von «unten»? Nie sprach man von seiner Herkunft, auch er selbst nicht. Und die Tante war doch die Tochter von einer über der Grenze. Seine Familie hörte an der Grenze nicht auf. Oder doch? Der Bruder seines Paten und Mutters Cousin hatten im Krieg vielleicht gegeneinander gekämpft. Sie hätten sich aber auch verbrüdern können bei einem Familienfest. Wo fing Familie an? Wo hörte sie auf?

Die titelgebende Erzählung erhielt den Premio letterario internazionale Merano-Europa 2019 und die Literarische Auszeichnung der Stadt Zürich 2020.

Format:Gebundene Ausgabe, 127 Seiten, Lesebändchen
Seiten:127
ISBN:978-3-99029-379-9
Jahr:2020
E-Book:Auch als E-Book erhältlich
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Was die Presse schreibt

NZZ am Sonntag

Manfred Papst

»Sensibel und präzis beschreibt [Ramnek] das Leben und Sterben in der Provinz inmitten der Verwerfungen der Zeitgeschichte. Als Leitmotiv dient ihm dabei eine Schneekugel, die der Erzähler immer wieder schüttelt. Der fallende Schnee, andernorts eine Metapher für das Zudecken und Vergessen, wirbelt hier die Vergangenheit nochmals auf. Die bewegenden Schicksale im zweisprachigen Grenzland bleiben auf diese Weise lebendig. Ein großes kleines Buch, lakonisch, tiefgründig, anmutig.«

ORF (Meraner Laudatio)

Patrick Rina

»Uns allen täte ein Schütteln – in diesem Fall ein Lesen – der «Schneekugel» gut. Dieser Text fesselt den Leser einerseits mit dem dosierten (niemals schulmeisterlichen!) Rückgriff auf Kärntens verminte Zeitgeschichte, mit dem Erläutern der Nachkriegsdemenz, mit der Vorwegnahme einer Bodenprobe des Haider-Humus. Andererseits besticht der Text durch die weißen Zwischenräume. Er lebt auch vom Nicht-Geschriebenen, vom bloßen Anstupsen eines Gedankendominos, von den «verhauchenden Atemwölkchen» der Gefühle. Eine große kleine Erzählung mit poetischer Kraft!«

Jurybegründung

Literaturkommission der Stadt Zürich

»Hugo Ramneks Roman „Die Schneekugel" führt uns in ein Städtchen direkt an der österreichisch-slowenischen Grenze – in eine Region mit einer dunklen Vergangenheit und einer ebenso schwierigen Gegenwart. Atmosphärisch dicht beschreibt Ramnek bewegende Schicksale hüben und drüben. Subtil nähert er sich grossen Themen wie Krieg und Sprachenkampf, erzählt von Brüdern, die gegen Brüder kämpften, oder von zweisprachigen Ortsschildern, die beschmiert wurden.«

Viceversa Literatur

Beat Mazenauer

»Die Schneekugel plaudert nichts aus, sie gibt nur zu bedenken, dass bei genauem Hinhören unter der weissen Decke des Verdrängens die schlurfenden Spuren der Vergessenen zu vernehmen sind – auch dann noch, wenn die Mutter nicht mehr erzählen kann.«

Feuilletonscout

Barbara Hoppe

»Mit wenigen Worten gelingt es Hugo Ramnek, Stimmung und Gefühle, Unwissen und Verwirrung, Unbehagen und das Wissen um die geistige Enge und dem Wunsch, dieser zu entkommen, zu umreißen. Zurecht ausgezeichnet mit dem Premio letterario internazionale Merano-Europa ist der kleine Roman mehr als nur ein Schlaglicht auf die Geschichte Kärntens. Er ist ein glitzernder Kristall im Schnee, dem man mehr als einen Augenblick schenken sollte.«

Literaturhaus Wien

Janko Ferk

»Es gelingt Ramnek mit seiner Sprachkompetenz und reduzierten Erzählweise, die Seele Unterkärntens so zu erfassen, dass auch ein Nichtkärntner Leser spüren wird, wie dieses Land geatmet und getickt hat. Der Bogen reicht auf der einen Seite weit zurück und auf der anderen bis in die Gegenwart.«

Kleine Zeitung

Marianne Fischer

»Ein eindringliches Panorama der schwierigen Unterkärntner Zeitgeschichte. Ein Roman, der nachhallt.«

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