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Buchcover: Kettenkarussell / Semanji vrtiljak

Kettenkarussell / Semanji vrtiljak

Mit Wiesenmarktskizzen von Werner Berg

Auszeichnungen

  • Wettbewerbstext beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2012

Es ist ein stiller, einsamer Protagonist, dem man bei seinem Herumstreifen am Wiesenmarkt folgt, und so ist auch der Text selbst: trotz des Geschreies, Gelächters, Gebimmels, trotz des karnevalesken Aufeinandertreffen von Menschen und Tieren in der künstlichen Parallelwelt des Jahrmarkts bleibt der Erzählton wehmütig, ruhig, in sich gekehrt. Der Text konzentriert sich auf das Innenleben des Helden, der aufmerksam beobachtet, viel empfindet, und (noch) nicht genug von sich selbst und seiner Umgebung versteht. Das macht die sanfte Sogwirkung des Textes aus. Ein schöneres, traurigeres Denkmal als diese in zwei Sprachen abgedruckte Erzählung mit den Skizzen von Werner Berg hätte der Bleiburger Wiesenmarkt sich kaum wünschen können.

Leseprobe

Der erste Wagen ist auf der Wiese! Seit der kleine Albino ihm die Worte zugerufen hat, gibt die Kellerechse keine Ruhe mehr. Ein Fort wächst heran außerhalb des Mäuerchens, das einst Stadtwall war. Er will nur mehr eines: hinaus auf die Wiese, wo sich Marktstände und Festzelte und Spaßbahnen ausbreiten, wo Lastwagen und Traktoren, Fahrende und Tagelöhner, Wirte und Vereine mit Zelten und Buden und der allgegenwärtige Marktmeister einen Traum aus Kulissen aufbauen, nüchtern und ohne Hast. Wie vor einem Wunder stehen die Kleinstädter und staunen, was tagsüber und doch wie über Nacht hinzugekommen ist.

Wettbewerbstext beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2012.

Format:Deutsch, Slowenisch (Wendebuch), Gebundene Ausgabe, 70 Seiten
Seiten:70
ISBN:978-3-99029-041-5
Jahr:2012
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Was die Presse schreibt

Literaturhaus Wien

Elena Messner

»Es ist ein stiller, einsamer Protagonist, dem man bei seinem Herumstreifen am Wiesenmarkt folgt. Der Text konzentriert sich auf das Innenleben des Helden, der aufmerksam beobachtet, viel empfindet, und (noch) nicht genug von sich selbst und seiner Umgebung versteht. Das macht die sanfte Sogwirkung des Textes aus. Ein schöneres, traurigeres Denkmal als diese in zwei Sprachen abgedruckte Erzählung mit den Skizzen von Werner Berg hätte der Bleiburger Wiesenmarkt sich kaum wünschen können.«

Der Standard

»Hugo Ramnek verwebt in die Erzählung die unsichtbaren Trennlinien, die zwischen der slowenischen und der deutschsprachigen Bevölkerung bestanden und macht sie sichtbar. Seine Beschreibungen der Lustbarkeiten – von Autodrom bis zum Karussell – und des Umgangs der Jugendlichen beider Sprachen untereinander, freundschaftlich und konkurrierend zugleich, sind voll sprachlicher Wendungen und Metaphern.«

Rezension

Valeria Heintges

»Souverän übersetzt Autor Hugo Ramnek die Feststimmung und den schwelenden Rassismus in Sprache. Mit seiner Echse in der Tasche trifft der Jugendliche auf das schöne Mädchen, den Albinojungen und Milan. Sie alle sind von jenseits der Wiese, «verbohrte Slowener», wie die Leute sagen.«

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